Neuer Präsident PRO HOLZ
AARGAU gewählt
2. Generalversammlung vom 7. April 2005
Zum zweiten Mal lud die junge PRO HOLZ AARGAU ihre
Mitglieder und Gäste zur Generalversammlung ein. Unter dem
Titel "Sägeindustrie quo vadis" gastierte die
Versammlung in Schöftland. Als Einstimmung auf das
Versammlungsthema führten Hanspeter und Silvia Flückiger die
Teilnehmer durch den Hobelwerks- und Holzhandelsbetrieb
Flückiger Holz AG. Die Besucher überzeugten sich von der
rationellen Produktion von Hobelwaren und der auf schnelle
sowie prompte Lieferung ausgerichteten Logistik. Um gegen die
über-mächtigen Holzhandelsfirmen aus dem benachbarten
Ausland bestehen zu können, sieht Hanspeter Flückiger seine
Firmenpolitik der kurzen Lieferfristen als wesentlichen
Erfolgsfaktor. Der Schluss des Rundganges fand im
Ausstellungsraum, wo das grosse Produktesortiment
übersichtlich präsentiert ist, statt.
Pünktlich um 17:00 Uhr begrüsste Präsident Rainer
Kaufmann die Gäste und Mitglieder im Gasthof Ochsen.
Gemeindeammann Hans Müller orientierte die Versammlung über
die Entstehungsgeschichte und Entwicklung der kleinen
Zentrumsgemeinde Schöftland. Mit sichtlichem Stolz berichtete
er über das Schloss, das seit 1924 der Gemeinde als
Verwaltungsgebäude dient und sich nach vorbildlicher
Renovation mit moderner Infrastruktur für diese Nutzung
bestens eignet. Er wünschte der PRO HOLZ AARGAU weitere
erfolgreiche Geschäftsjahre und dankte für den Besuch in
Schöftland. Die Grussbotschaft des Kantons überbrachte
Grossratspräsident Thomas Lüpold. Er verdankte die Einladung
und gab der Freude Ausdruck, dass er nach weit über hundert
Teilnahmen in seiner Funktion als höchster Aargauer auch eine
Versammlung der "hölzigen" besuchen durfte.
Nach der Wahl der Stimmenzähler und der grossen Zustimmung
zum Protokoll der letztjährigen Generalversammlung stand der
Jahresbericht auf den Traktanden. Rainer Kaufmann begann
seinen Rückblick mit Anmerkungen zur ungenutzten Ressource
Holz. Er stellte fest, dass der grösste Teil des Waldes im
Besitz der öffentlichen Hand ist und somit fast jeder
Einwohner indirekt Wald besitzt. Der Aargauer Wald wächst auf
besten Böden und liefert dank guter Pflege bestes Holz. Dazu
ist er sehr gut erschlossen und die Produktivität der
Forstbetriebe wurde in den letzten 10 Jahren verdoppelt. Im
aargauischen Wald wächst pro Jahr und Einwohner 1m3, d.h.
420'000m3 kommerziell verwertbares Holz, welches sofort
genutzt werden kann. Vor allem der Kanton als grösster
Waldbesitzer und grösster Bauherr muss diese Chance nutzen
und Holz als Baustoff und als regenerative Energiequelle
konsequent nutzen. Im weiteren verglich der Präsident die
gefassten Ziele des Leitbildes 2004-2005 mit dem Erreichten
und bilanzierte den Zwischenstand. In der Politik konnten
überparteiliche Interessen gebündelt und zahlreiche
Vorstösse mit gemeinsamer Zielsetzung eingegeben werden. Das
holz-netzwerk ist im Aufbau und die Medienpräsenz befridigend,
muss aber noch intensiviert werden. Die Instrumente für
Interventionen zur Holzverwendung bei geplanten Bauvorhaben
sind erstellt und können genutzt werden. PRO HOLZ AARGAU
braucht den "Nachrichtendienst vor Ort" und ist auf
frühzeitige Informationen über geplante Objekte angewiesen.
Auf Grund der erwähnten Vergleiche fiel die präsidiale
Analyse durchwegs positiv aus. Geschäftsführer Heinrich
Bösch ergänzte die Tätigkeiten des letzten Jahres mit
einigen Detailinformationen und einer kurzen Präsentation der
neuen Internetseiten. Die zahlreichen Seiten unter
www.proholz-aargau.ch informieren aktuell über Wald und Holz
in der Region und bieten den Link zu weiteren
Holzinformationen im Netz.
Als nächste Traktanden erläuterte der Geschäftsführer
die Jahresrechnung, Mitgliederbeiträge und Budget. Dank
deutlich mehr Einnahmen und geringeren Ausgaben als im Budget
vorgesehen, konnte ein Reingewinn von CHF 8'488.90 ausgewiesen
werden. Dieser Gewinn wurde vollständig als Eigenkapital
verbucht und stellt zugleich das Vermögen am Jahresende dar.
Rudolf Kull, Geschäftsführer des Aargauischen
Waldwirtschaftsverbandes, hatte zusammen mit Hans Blattner,
Holzbauunternehmer in Aarburg, die Rechnung geprüft und
stellte der Versammlung Antrag auf Genehmigung. Ohne
Wortmeldung und einstimmig wurde dem Begehren zugestimmt. Auch
die Vorschläge des Vorstandes über die Mitgliederbeiträge
und das Budget für 2005 fanden grosse Zustimmung.
Nach zwei Jahren als Präsident von PRO HOLZ AARGAU
demissionierte Rainer Kaufmann auf diese Generalversammlung.
Der Rücktritt folgte auf die Tatsache seiner Nichtwahl als
Grossrat. So gewissenhaft er sein politisches Mandat ausgeübt
hatte, so klar ist nun seine Trennung von allen öffentlichen
Ämtern. Gerade die Tatsache, dass die Zielsetzungen von PRO
HOLZ AARGAU auch seiner inneren Überzeugung entsprechen,
haben den Entscheid für ihn nicht leicht gemacht. Für das
Amt des Präsidenten stellte sich Hanspeter Flückiger aus
Schöftland, bisheriger Vizepräsident und Präsident der
Gründungsgruppe, zur Verfügung. Die Stimmberechtigten
folgten dem Vorschlag und bestätigten Hanspeter Flückiger
als neuen Präsidenten von PRO HOLZ AARGAU. Seit Beginn dieses
Jahres gehört Rudolf Lüscher aus Laufenburg als Präsident
des Waldwirtschaftsverbandes zum Vorstandsteam. Er ersetzt
Erwin Berger aus Boswil, der für den Trägerverband seit der
Gründung im Vorstand dabei war. Weiterhin im Vorstand sind
Pius Beck, Schupfart
Chris Regez, Oberentfelden
Ursina Fausch, Aarau
Reinhard Wiederkehr, Beinwil am See
Josef Schmidlin, Aarau
Richard Plüss, Lupfig
Unter dem Traktandum Aktivitäten 2005 orientierte zuerst
Urs Gesell über die grosse Jubiläumsfeier "400 Jahre
Wald Hirschthal". Als OK-Präsident stellte der die
geplanten Festivitäten vor, welche vom 26.8. bis 11.9.05
vorwiegend im Hirschthaler Wald abgehalten werden. PRO HOLZ
AARGAU wird ebenfalls mit einer Veranstaltung oder einem
Objekt an diesem Anlass teilnehmen und Holz als Werk- und
Baustoff ins Spiel bringen. Danach stellte Heinrich Bösch
zwei weitere Aktivitäten von PRO HOLZ AARGAU vor. Für
Architekten und institutionelle Bauherren ist im Juni eine
halbtägige Veranstaltung im erweiterten und neu gebauten
Schulhaus in Unterkulm geplant. Im Oktober soll eine
Brückentagung im Raum Vogelsang die Holzprojekte zeigen,
welche im Wettbewerb dem Betonprojekt unterlegen waren. Dieser
Anlass wird für Ingenieure und ein Fachpublikum konzipiert.
Anträge waren laut Rainer Kaufmann keine eingegangen. Die
letztjährige Anmerkung von Walter Benz, wonach im Leitbild
Aktivitäten bei der Ausbildung von Architekten und Ingenieure
vorzusehen sind, wird im nächsten Leitbild für die Periode
2006-2007 berücksichtigt. Sein diesjähriger Wunsch wäre es,
dass sich PRO HOLZ AARGAU vermehrt für holz-freundliche
Formulierungen bei Gesetzestexten einsetzt.
Zum Schluss des offiziellen Teils dankte Hanspeter
Flückiger im Namen der Trägerverbände Rainer Kaufmann für
die äusserst wertvolle Aufbauarbeit. Dank seiner
zielstrebigen Führung und der konsequenten sowie klaren
Ausrichtung der Aktivitäten ist PRO HOLZ AARGAU mit ihrem
regionalen holz-netzwerk erfolgsversprechend auf einem
nachhaltigen Fundament aufgebaut.
Im Fachreferat über die Sägeindustrie zeigte Hans-Peter
Gautschi die Entwicklung der Sägetechniken. Holz sägen ist
ein altes Handwerk und so haben sich auch die Strukturen in
diesem Branchenteil in jüngster Zeit stark verändert. Der
Holzhandel aus dem nahen Ausland überschwemmt heute den
Schweizer Holzmarkt mit seinen preisgünstigen Produkten.
Grosse Industriewerke, die ein vielfaches an Kapazität der
inländischen Werke aufweisen, kaufen Rundholz in der Schweiz
und liefern veredelte Holzwerkstoffe zurück. Ob die in der
Schweiz geplanten Gross-Sägewerke mit Schnittkapazitäten von
einer Million Kubikmeter Rundholz diesen Trend stoppen, konnte
auch Herr Gautschi nicht beantworten. Dass die Wertschöpfung
der Holzkette vermehrt in die Schweiz zurückgeholt werden
muss, scheint klar zu sein, jedoch nicht die Art und Weise.
Als letzte Pflicht dankte der scheidende Präsident der
Firma Flückiger Holz AG für die Betriebsbesichtigung und die
Spende des anschliessenden Apéros sowie Hans-Peter Gautschi
für den interessanten und aufschlussreichen Vortrag.
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