Lignum Pressemitteilung vom 27.
April 2005
Holz brauchen heisst Verantwortung tragen
Wer sich für Holz entscheidet, wählt einen Baustoff mit
ausgesprochen günstigem Nachhaltigkeitsprofil. Das gilt auch
für eine Bewirtschaftung der Ressource Wald, wie sie für uns
in Mitteleuropa eine Selbstverständlichkeit ist. Wer Holz aus
dem alten Kontinent verbaut, kann davon ausgehen, dass im
Herkunftsland ähnlich strenge Standards im Umgang mit dem
Forst gelten, wie wir sie in der Schweiz unter internationalem
Applaus anwenden. Wenn der WWF in seinem jüngst erschienenen
Holz-Einkaufsführer im Taschenformat davor warnt, Hölzer wie
Fichte/Tanne aus Westeuropa - die gängigsten
Konstruktionshölzer und übrigens auch Hauptbaumarten der
Schweiz - nur mit Vorsicht zu erwerben, schiesst er in der
Sorge um die Umwelt über das Ziel hinaus.
Recht hat der WWF hingegen, wenn er den Finger auf das Problem
des illegalen Holzeinschlags an vielen anderen Orten unseres
Globus legt. Wir sind als Schweizer zwar weit von üblen
Verhältnissen entfernt, wie sie in manchen tropischen
Ländern herrschen, doch das entbindet uns als Weltbürger
nicht davon, Verantwortung mitzutragen. Dieser Aufgabe stellt
sich die Schweizer Wald- und Holzwirtschaft mit Engagement.
Importe von Tropenholz erfolgen heute nur noch für ganz
spezielle Zwecke; sie machen in der Schweiz kein halbes
Prozent des Holzendverbrauchs mehr aus. Die Schweizer
Holzbranche bekennt sich zum Schutz der Regenwälder. Sie ist
gegen den illegalen Holzeinschlag und setzt bei der Einfuhr
auf Lieferquellen mit nachhaltiger Produktion.
Wer sichergehen will, achtet bei Holz auf einheimische
Herkunft oder auf die weltweit anzutreffenden
Nachhaltigkeits-Labels PEFC und FSC (www.pefc.org, www.fsc.org).
PEFC ist mit über 100 Millionen Hektaren zertifizierter
Waldfläche das am weitesten verbreitete Zertifizierungssystem
der Welt. Das PEFC-Label wird in der Schweiz zusammen mit dem
Label "Q Swiss Quality" verliehen. Dieses gibt
zusätzlich zum Siegel für die Nachhaltigkeit des
Materialursprungs einen eindeutigen Herkunftsnachweis.
Das FSC-System wird vor allem von den Umweltverbänden
getragen. Es erfasst rund 50 Millionen Hektaren zertifizierter
Waldfläche, also weit weniger als PEFC. FSC gibt dem Käufer
auch keinen unmissverständlichen Nachweis des
Ursprungslandes, wie ihn das Schweizerkreuz des Q-Labels
erbringt.
Lignum als Dachorganisation der Schweizer Wald- und
Holzwirtschaft setzt sich dafür ein, dass möglichst alles
Holz in der Schweiz eines der beiden Zeichen PEFC/Q oder FSC
trägt. Die beiden Labels geben dem Konsumenten
grösstmögliche Sicherheit in seinem Ja zu Holz. Die
Holzbranche leistet damit ihren Beitrag im Kampf gegen den
illegalen Holzeinschlag.
Christoph Starck
Direktor Lignum, Holzwirtschaft Schweiz |